Die
St. Johannisloge „Zum fliegenden
Pferd“ wurde vom Bruder von Marconnay, Oberstleutnant in braunschweigischen
Diensten während der Regierungszeit Friedrichs des Großen,
gestiftet; den Zeitpunkt der Gründung anzugeben ist schwierig,
weil sie kraft der Gerechtsame ihres Meisters als isolierte Loge
bestand.
Als
sich im Juni des Jahres 1770 mehrere Johannislogen zu einem gemeinsamen
Bund der „Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland“ vereinten,
schloss sich auch die St. Johannisloge „Zum fliegenden Pferd“ an,
die auch, da sie in französischer Sprache arbeitete, „Pegase“ genannt
wurde.
Das Konstitutionspatent, das sie zunächst als bereits bestehende
Loge nicht benötigte, empfing die St. Johannisloge „Pegase“ am
4. September 1771, also vor mehr als 240 Jahren. Erster Vorsitzender
Meister war der hochwürdige Ordensbruder Pierre François
Boaton.
Die Loge „Pegase“ wuchs in wenigen Jahren so stark
an, dass bereits im Jahr 1776 aus ihr heraus zwei weitere Logen, die
Johannislogen „Zum
Pilgrim“ und „Zum Widder“ hervorgingen, und im Jahr
1792 erbat sich die „Pegase“ die Akten in deutscher
Sprache.
In den Jahren 1807 bis 1809 ruhte die Loge, um danach als St. Johannisloge „Zum
Pegasus“ kontinuierlich bis zum Verbot durch das nationalsozialistische
Regime 1935 tätig zu sein.
Nach dem 2. Weltkrieg nahm die Loge „Zum Pegasus“ bereits
1946 unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit ihre Arbeiten
wieder auf, und ab 1964 verband sie sich zunächst mit der Johannisloge „Zum
goldenen Schiff“, und beide Logen vereinten sich 1972 mit der
Johannisloge „Kurfürstin Luise Henriette“ zu gemeinsamer
Arbeit; der schwindenden Zahl der Brüder wegen wurden die Arbeiten
des „Pegasus“ jedoch 1985 eingestellt.
Zehn Jahre später bekundeten elf Ordensbrüder, auch das
Licht im „Pegasus“ wieder leuchten zu lassen, und so
wurde am
21.
Oktober 1995 die Johannisloge „Zum Pegasus“ unter
der Leitung des Vorsitzenden Meisters Christian Koska erneut
eingesetzt.
Der
Ordensmeister erinnerte im Zusammenhang mit seiner Lichteinbringung
an die französische Tradition unserer Loge und drückte seine
Hoffnung aus, dass sich auch wieder frankophone Brüder dem „Pegasus“ anschließen
werden.